Typologie von Paaren

 

Eine der bekanntesten Klassifikationsversuche von Paaren stammt vom Psychologen und Beziehungsforscher Gottman, der fünf Typen von Paaren beschreibt - drei Typen mit günstiger Verlaufprognose sowie zwei Paartypen, die vermehrt mit Schwierigkeiten zu rechnen haben.

Impulsive, wertschätzende und vermeidende Paare leben in glücklicheren, weniger scheidungsgefährdeten Beziehungen als feindselige und feindselig-distanzierte Paare.

 

Impulsive Paare

engagieren sich relativ schnell in Konflikte, in denen beide Teile versuchen, den anderen von den eigenen Argumenten zu überzeugen. Der dabei stattfindende verbale Schlagabtausch findet auf einem hohen negativen Niveau statt, wobei insgesamt das Ausmaß an positiver Emotionalität (Humor, Zuneigung, Interesse füreinander, Faszination) überwiegt.

Diese Paare und ihre Beziehung sind durch Leidenschaftlichkeit und positive Energie gekennzeichnet. Die Individualität und Eigenständigkeit der Partner ist ein zentrales Thema und charakterisiert die Auseinandersetzungen.

 

Wertschätzende Paare

setzen ihre Emotionen auch bei Konflikten vermittelnd ein, sie zeigen häufig Mitgefühl und Verständnis für ihre/n PartnerIn, dessen Meinungen und Gefühle. Obwohl diese Paare häufig Konfliktdiskussionen führen, sind diese dennoch durch Ruhe und eine gewisse Mühelosigkeit geprägt. Selbst bei Nichtübereinstimmung findet sich das Bemühen, die Probleme gemeinsam zu lösen.

Die Interaktion wird durch ein hohes Maß an gegenseitiger Unterstützung getragen. Die Beziehung charakterisiert sich durch ein hohes Maß an Intimität und Gemeinsamkeit, mit dem längerfristigen Risiko einer Verstärkererosion.

 

Vermeidende Paare

reagieren in vielen Fällen auf Konflikte recht unengagiert und sind kaum wirklich in Streitgespräche involviert. Differenzen, Unstimmigkeiten oder Uneinigkeiten werden als unbedeutend abgetan und offen Auseinandersetzung wird vermieden. Nur selten finden überhaupt Diskussionen statt, die zudem sowohl in positiver als auch in negativer Richtung emotionsarm verlaufen.

Die Gesamtbilanz an Negativität ist einerseits gering, der Austausch an Positivität andererseits auch. Problemlösungsvorschläge sind meist wenig spezifisch und lassen mangelnde Involviertheit und geringe Bedeutungszumessung seitens der PartnerInnen erkennen. Vermeidende Paare haben eine geringe Rate an positiven wie negativen Interaktionen und vermeiden verletzende Konflikte und Auseinandersetzungen.

 

Feindselige Paare

weisen eine hohe Scheidungsgefährdung und eine geringe Partnerschaftszufriedenheit auf. Ihre Kommunikation ist durch ein hohes Maß an Negativität und nur geringe Positivität gekennzeichnet. In der Interaktion sind Kritik, Nichtübereinstimmung, Defensivität, verächtliche und provokative Kommunikation und Rückzug häufig zu beobachten. Diese Paare zeigen eine geringe Fähigkeit zum konstruktiven Umgang mit Konflikten und begegnen einander mit wenig Respekt oder Achtung.

 

Feindselig - distanzierte Paare

zeigen neben der hohen Negativität zusätzlich eine starke emotionale Distanzierung. Die PartnerInnen verstricken sich oft in Diskussionen, bereits bei alltäglichen Banalitäten sind negative Eskalationen zu beobachten, die vom Paar nicht mehr positiv aufgelöst werden können. Die PartnerInnen wirken emotional distanziert, haben keine Gefühle der Liebe und Zuneigung mehr füreinander und nur selten gelingt eine Versöhnung.

 

 

Wir sind die besseren Freunde.

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